
Podcast #66 I Martin Babilas von ALTANA AG: Wie ein Chemiekonzern mitten in der Branchenkrise Rekordergebnisse einfährt
Im Podcast spricht Martin Babilas darüber, wie ALTANA mitten in der Branchenkrise ein Rekordergebnis einfährt, warum eine starke Industrie die Grundlage für die Energiewende ist und was Deutschland dafür tun muss.
Zur Folge
Die deutsche Chemiebranche steckt in der Krise: Hohe Energiekosten, wachsende Regulierung, schwache Konjunktur. Viele Unternehmen verlagern ihre Produktionen ins Ausland, manche stellen die Zukunft ihrer deutschen Standorte infrage. Und dann gibt es den Spezialchemiekonzern ALTANA aus Wesel am Niederrhein – mit einem Rekordergebnis im letzten Jahr.
Die ALTANA AG gehört inzwischen zur Holding SKion von Susanne Klatten, der Tochter von Herbert Quandt, der einst BMW vor der Pleite rettete. 2010 nahm Klatten das Unternehmen von der Börse und brachte es vollständig in Familienbesitz. Heute beschäftigt der Konzern mehr als 8.000 Menschen und stellt Spezialchemie her: Zusatzstoffe für Lacke und Batterien, Isoliermaterialien für Elektromotoren, Pigmente für Kosmetika. Nur noch etwa zehn Prozent des Umsatzes von gut 3 Milliarden Euro entfallen auf Deutschland.
Trotzdem glaubt Vorstandsvorsitzender Martin Babilas an den Standort. „Man kann auch heute noch erfolgreich in Deutschland arbeiten", sagt er. Aber er benennt auch klar, was den Standort aufhält: ausufernde Bürokratie, zu hohe Energiekosten, verschleppte Digitalisierung. Vieles davon sei “gut gemeint, aber eben nicht gut gemacht". Mutige Schritte seien überfällig – nicht nur im Interesse der Industrie.
Dabei macht er einen größeren Zusammenhang auf: „Wir werden diesen Nachhaltigkeitsweg nur dann als Gesellschaft beschreiten können, wenn wir eine leistungsfähige Industrie haben." ALTANA-Produkte stecken beispielsweise in Windrädern oder Elektroautos. Nachhaltigkeit, sagt Babilas, sei dabei auch in der Chemieindustrie längst kein Nischenthema mehr, sondern gelte sogar “in den letzten Jahren mehr und mehr als Wachstumstreiber”.
Martin Babilas erzählt außerdem, was ein ganz normaler Flaschenverschluss mit 90.000 Tonnen Stahl zu tun hat und warum er auch nach fast 30 Jahren im selben Unternehmen nie ernsthaft über einen Wechsel nachgedacht hat – im Podcast „Alles neu…? Aus dem Maschinenraum" mit Tobias Rappers und Katja Michel.
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