
Podcast #70 I Live von der Maschinenraum Momentum: Christoph Dörn von WIK Group: Wie grün kann ein Elektrohersteller sein?
Im Live-Podcast von der Maschinenraum Momentum spricht Christoph Dörn darüber, wie er gegen die Überzeugung seines Vaters beweisen will, dass man zugleich "Unternehmer und Grün" sein kann, wie die WIK Group den Weg zur Cradle-to-Cradle-Produktion eingeschlagen hat, und warum er die Lösung nicht im Weniger-Produzieren sieht.
Zur Folge
Rund zehn Millionen Elektrogeräte verlassen jedes Jahr die Werke der WIK Group. Wer morgens seinen Espresso zieht oder sich die Haare föhnt, hat gute Chancen, eines davon zu benutzen, ohne es zu wissen. Denn der Hersteller aus Essen entwickelt und fertigt Siebträgermaschinen, Kaffeevollautomaten und Haartrockner für große Marken, der eigene Name bleibt unsichtbar. „Die Bühne gehört den Marken“, sagt CEO Christoph Dörn.
An der Spitze dieses Elektrogeräteherstellers steht ein Mann, der ursprünglich Schauspieler werden wollte und sich als Meeresschützer versteht. Sein Vater hielt das für unvereinbar: “Entweder sei man Unternehmer oder Grün." Christoph Dörn, seit 2016 CEO in dritter Generation, will das Gegenteil beweisen.
Als er ins Unternehmen einsteigt, glaubt er noch, eine klare Ansage reiche: „Wenn ich jetzt dahin komme und verkünde, dass das die neue Richtung ist, dann wird das schon so funktionieren.“ Doch das tut es nicht. Programme werden angestoßen und versanden, die Belegschaft zögert. Die Wende kommt erst, als er die gesamte Organisation in die Strategieentwicklung einbindet und zum ersten Mal Persönliches erzählt: „Plötzlich hat man Christoph gesehen und Christoph kennengelernt“, sagt er. “Jetzt bin ich in der schönen Situation, dass wirklich die ganze Organisation das Thema mitnimmt.”
WIK will nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip produzieren, ohne toxische Materialien, die Fertigungsstätten sind bereits zertifiziert. Auf einer Skala bis zehn sieht Dörn sein Unternehmen trotzdem erst bei 0,8. Zufrieden sei er nie, weil er immer das Gefühl habe, es "ist alles zu wenig und sowieso viel zu spät”. Auf die Entwicklung des Unternehmens schaut er trotzdem zuversichtlich.
Christoph Dörn erzählt außerdem, warum er nicht glaubt, dass die Lösung im Weniger-Produzieren liegt und weshalb sein ältester Sohn fremde Menschen ermahnt, keinen Müll fallen zu lassen. Live aufgezeichnet auf der Maschinenraum Momentum 2026 – im Podcast „Alles neu…? Aus dem Maschinenraum“ mit Tobias Rappers und Katja Michel.
+++ Mehr Informationen zu Christoph Dörn auf Linkedin und zur WIK Group auf der Website +++

